Senf über alles - Alles über Senf: Wie steht es mit Ihrem Scharfsinn?

So unterschiedlich die Geschmäcker, so unterschiedlich die Senfsorten. Süddeutsche bevorzugen die milderen und süßeren Senfsorten, während man im Westen und Norden gern (s)einen scharfen Senf dazugibt.

Hinzu kommen die immer abwechslungsreicheren Speisen der modernen Küche und schon ist klar: es kann und darf nicht nur eine oder zwei Sorten Senf geben. Deshalb haben die Senfhersteller eine Vielzahl von Geschmacksrichtungen entwickelt. Und der Spielraum kulinarischer Phantasien ist größer als man glaubt: Aus nur 3 Grundsorten lassen sich durch Vermischen die köstlichsten Senfspezialitäten herstellen. Eine Seite, die vielleicht auch Sie zu der ein oder anderen Senf Kreation anregen mag.

  1. Mittelscharfer Senf
    Auch als Delikatess- oder Tafelsenf bezeichnet. In der Regel wird er aus milden Gelbsenfsaaten hergestellt. Ein mehr oder weniger hoher Anteil an Braunsenfsaaten verleiht ihm die gewünschte Schärfe: Eher mild oder mittelscharf.
    „Mittelscharf" ist die beliebteste Senfsorte. Klassisch, mit Wein oder Branntweinessig und Speisesalz zubereitet. Während man die milderen Senfsorten für kalte und warme Senfsoßen sowie zur Herstellung von Cumberland Sauce verwendet, sind die mittelscharfen Sorten nahezu unentbehrlich zu Würstchen und jeder Brotzeit.
  2. Scharfer Senf
    Diese Senfsorte wird ausschließlich aus Braunsenfsaat hergestellt. Dabei werden die Schalenbestandteile abgesiebt. Für die typische Schärfe sorgt das Allylsenföl, das sich beim Zermahlen der braunen Senfkörner entwickelt. Scharfer Senf macht Eisbein und fettreiche Speisen bekömmlicher, würzt Fischgerichte, Soßen und Marinaden raffiniert.
    „Düsseldorfer Senf" scharfer Senf Eine scharfe Senf Spezialität, die nur von Herstellern aus Düsseldorf angeboten werden darf und nach traditioneller Rezeptur aus Braunsenfsaat hergestellt wird.
    „Dijon Senf" scharfer Senf Die älteste scharfe Senfspezialität (13. Jahrhundert). Bei seiner Zubereitung ist ein traditionelles Herstellungsverfahren vorgeschrieben. So z. B. werden die Schalen nach dem Zermahlen abgesiebt. Auch kann er, muss aber nicht statt mit Essig mit Most angesetzt werden. (Brennender Most bedeutet lateinisch "mustum ardens" = französisch „moutarde")
  3. Süßer oder Weißwurstsenf
    Hierfür werden die Senfkörner der Gelb und Braunsenfsaat nur grob gemahlen. Die Zugabe von mehr oder weniger Zucker und das Heiß Einmaischen machen ihn lieblich süß und verleihen ihm den charakteristischen Karamellgeschmack.
    Weil er früher nur in Bayern hergestellt und zu Weißwurst und Leberkäse verzehrt wurde, zählt er zu den echten bayerischen Spezialitäten.