24.08.2017

Vorsicht, Sommerloch: FOCUS fällt auf Warnung vor „gefährlichem Hormongift“ im Essen herein

(Bonn, 24. August 2017) Das Nachrichtenmagazin FOCUS berichtet online über eine Untersuchung von Konserven, die der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) durchgeführt hat. Hierbei wurden 26 Stichproben von Konserven verschiedener Handelsunternehmen genommen. 14 der Proben seien mit Bisphenol A (BPA) belastet gewesen. Dem BUND zufolge könne BPA „laut diverser Studienergebnisse bereits in geringen Mengen das Hormonsystem stören“ und zu schweren Krankheiten führen.


FOCUS räumt zwar ein, dass es sich bei der BUND-Untersuchung nur um einen kleinen, nicht repräsentativen Test handle, rät aber zur Sicherheit gleichwohl vom Kauf von Konservendosen ab und spekuliert darüber, ob vielleicht auch BPA-freie „Blueseal“-Deckel auf Einmachgläsern „andere giftige Stoffe“ absondern. Anhaltspunkte hierfür bleibt das Magazin schuldig. Das FOCUS-Resümee: „Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie möglichst zu frischen, unverpackten Lebensmitteln greifen“.

Wir wollen in diesem Zusammenhang auf die Fakten hinweisen: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat zuletzt im Januar 2015 auf Grundlage der Auswertung umfangreicher Daten ein Gutachten zur Bewertung der gesundheitlichen Risiken von BPA in Lebensmitteln und aus anderen Expositionsquellen veröffentlicht. Ergebnis: BPA stellt nach dem heutigen Stand der Wissenschaft und bei der derzeitigen Verbraucherexposition für keine Altersgruppe ein Gesundheitsrisiko dar.

Die EFSA-Sachverständigen setzten vor zwei Jahren den Wert für die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) von BPA von 50 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag (μg/kg KG/Tag) auf 4 μg/kg KG/Tag herab. Dies wurde vom deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung unterstützt. Die höchsten Schätzungen für die von Lebensmitteln allein oder in Kombination mit anderen Quellen ausgehende Exposition (Ernährung, Hausstaub, Kosmetika und Thermopapier) betragen nur ein Fünftel bis ein Drittel dieses Wertes.

Fazit: Auch wenn der BUND in einigen Konservendosen geringe Mengen BPA gefunden hat, geht hiervon keinerlei Gefahr für den Verbraucher aus. Im tiefen Sommerloch hat die Angstindustrie wieder zugeschlagen.

Pressekontakt:
Laura Winter-Gierlich
Kulinaria Deutschland e.V.
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